PV Anlage Kalkulation / Berechnung - Photovoltaikanlage - Solarstrom


Haus mit Solarstromanlage / PV Anlage

Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen - rechnet sich eine Solarstromanlage ? Eine Frage die sich sicher viele Hausbesitzer z.Zt. stellen!

Hier erfahren Sie, was Sie unbedingt für eine solche Entscheidung wissen müssen. Denn trotz der heute weiten Verbreitung sollte man schon seine eigene Kalkulation machen, damit am Ende auch noch eine Rendite übrig bleibt.


Wir gehen bei der nachfolgenden Betrachtung davon aus, dass Sie mit der Photovoltikanlage in das öffentliche Stromnetz einspeisen möchten und dass es sich um eine „kleine“ Solarstromanlage auf dem eigenen Hausdach handelt.


Das „ erneuerbare Energien GesetzEEG “ regelt die Höhe der zu erwartenden Einnahmen aus dem Ertrag des erzeugten Solarstroms der PV Anlage. Die durch das EEG festgesetzte Vergütung ist dann für 20 Jahre festgelegt. Hinzu kommt das Jahr der Inbetriebnahme, also im besten Fall knapp 21 Jahre bei Inbetriebnahme im Januar!


Die Vergütung für Photovoltaikanlagen (Dach, < 30 kWp) beträgt im Jahr 2012 24,43 Cent/kWh. Weiter wird es im Sommer 2012 (ggf. auch schon im April) erneut zu einer Reduzierung kommen - hier wird derzeit seitens der Politik diskutiert.


Eine sinnvolle Alternative zur Kompletteinspeisung ist die Regelung zum Eigenverbrauch sein - mit der Teile des erzeugten Solarstroms selbst verbraucht werden können. Die Vergütungssätze nach EEG sind für diesen Fall sehr interessant und liegen über denen der Komplettabgabe, so dass sich die Rendite der PV-Anlage erhöht. Noch interessanter ist bzw. wird die Eigenverbrauchsregelung bei weiter steigenden Bezugsstromkosten.

Heute werden eigentlich alle kleineren PV-Anlagen (> 30 kWp) im Sinne der Eigenverbrauchsregelung an das öffentliche Netz angeschlossen, da hier die höchste Rendite zu erwarten ist!

Allerdings sollte man den Anteil des Eigenverbrauchs in der Gewinnrechnung nicht zu hoch ansetzen, denn die PV-Anlage erzeugt den Strom primär im Sommer und am Tage ... den Strom im Haushalt benötigt man i.d.R. allerdings zu anderen Zeiten. Realistisch wird der Anteil zwischen 10 - 20 Prozent liegen, was auch von der installierten Nennleistung der PV-Anlage abhängt, d.h. je kleiner die PV-Anlagenleistung ist, um so größer wird der prozentuale Anteil der Eigennutzung sein.



Funktionsweise der PV Anlage

 

Funktionsweise der PV Anlage

 

Sonne trifft auf die Solarmodule. Die Solarmodule erzeugen aus der Sonnenstrahlung elektrische Energie. Diese Energie (Gleichstrom) wird über Leitungen zum Wechselrichter geführt. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um, so dass dieser dann in das Netz der Stromversorgers eingespeist werden kann. Ein Zähler erfasst die Menge der Energie. Diese bekommen Sie vom Versorger vergütet.

 

Welche Arbeit kommt auf Sie zu, was wird benötigt ?

  • Sie benötigen ausreichend Dachfläche (ca. 8-10m² pro kWp der PV Anlage), welche eine Neigung von 15 – 50 Grad aufweisen muss. Zudem sollte das Dach eine Südausrichtung haben. Abweichungen von 70 Grad Richtung Ost bzw. West sind akzeptabel, verringern aber den Ertrag um bis zu 15 Prozent. Ideal wäre eine Südausrichtung mit ca. 25-35 Grad Neigung. Ganz wichtig ist es, dass die vorgesehene Dachfläche keine Beschattung z.B. durch Bäume hat!
  • Sie müssen bei Ihr Stadt- oder Gemeindeverwaltung ein Gewerbe anmelden.
  • Sie müssen Ihr Finanzamt hiervon unterrichten und sollten unbedingt auch dort angeben, dass Sie „Vorsteuer berechtigt“ sein wollen – so sparen Sie die Mehrwertsteuer bei der PV Anlagenanschaffung. Allerdings müssen Sie in der Folge entsprechende Angaben über Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt tätigen. Dieses geschieht z.B. online über www.Elster.de. Diese „Arbeit“ kann man sich ersparen, wenn man beim Kauf bereit ist, die Mehrwertsteuer zu zahlen (nicht sinnvoll).
  • Sie benötigen eine eingetragene Elektrofirma, welche die Arbeiten für Sie ausführt. Zumindest die Arbeiten an der Netzbetreiberseite Ihres Versorgers müssen von einer solchen Firma durchgeführt werden. Die PV Anlage selbst kann von einem geschickten Handwerker auch einfach selbst montiert werden (das reduziert die Kosten).
  • Holen Sie mehrere Angebote für die Lieferung der PV Anlage ein und vergleichen Sie die Preise. Achten Sie darauf, dass die Montage und auch die Arbeiten an der Netzseite separat aufgeführt sind (Eigenleistung).
  • Sie müssen bei Ihrem örtlichen Versorger einen entsprechenden Einspeiseantrag stellen. Hiermit geht dann der Einspeisevertrag einher.
  • Sie benötigen eine Versicherung, welche Schäden an der PV Anlage absichert. Ratsam ist auch eine Betreiberhaftpflichtversicherung, welche wiederum Schäden Dritte absichert.
  • Vermutlich müssen Sie einen Teil der Investitionssumme durch eine Bank sicherstellen. Ihre Hausbank vermittelt Ihnen günstige Solarkredite der KFW-Bank.

 

Jährliche Einnahmen der PV Anlage:

Nennleistung der PV Anlage [kWp] x 850 [kW/h] x Einspeisevergütung = Einspeiseertrag

z.B. bei einer 10 kWp PV Anlage (Achtung: Beispiel mit Vergütung aus 2008) ergeben sich somit:
10 kWp x 850 kw/h pro kWp Anlagenleistung x 0,467 Euro/kWh = 3970 Euro (Netto), also rund 330 Euro im Monat - für über 20 Jahre sicher!

Der Ertrag von 850 kWh/kWp kann variieren (nach Standort bzw. Lage innerhalb von D) und sich zwischen 800 und 1150 kWh/kWp bewegen. Zudem sollte man bei der Berchnung eine Alterung der Anlage von jährlich 0,2 bis 1% berücksichtigen.



Jährliche und einmalige Ausgaben in aufgeschlüsselter Form:

  • Anschaffung der PV Anlage komplett mit Kabelsätzen, Gestell und Montagematerial, Solar-Modulen und Wechselrichtern, ca. 1500 – 1700 Euro / kWp - Netto, deutsches Markenmodul (keine Fernost)
  • Montage der PV Anlage, ca. 180 – 250 Euro pro kWp (Pfannendach), Eternit- oder Metalldächer werden für ca. 100 bis 140 Euro/kWp montiert.
  • Anschluss an das Versorgernetz und Umbau der Hausverteilung ca. 700 bis 1200 Euro
  • Versicherungen ca. 100 Euro / Jahr
  • Gewerbeanmeldung ca. 20 - 40 Euro einmalig
  • Kreditkosten
  • Ggf. Garantieverlängerung für den Wechselrichter, z.B. von 5 auf 20 Jahre ca. 1000 Euro einmalig
  • Ggf. Steuerberater und Steuer
  • Ggf. Geräte zur Überwachung der Anlage ca. 400 - 700 Euro

Wann rechnet sich eine PV Anlage?

Mit einem Minimumertrag von 850 bis 920 kWh/kWp (Je nach geografischer Lage bzw. Sonnenstunden innerhalb von Deutschland - hier können Sie gerne noch Sicherheit einrechnen), gilt es als nächstes Ihre Ausgaben zu ermitteln. Entscheidend ist in jedem Fall der Kaufpreis für den fertige Anlage, sowie die Finanzierungs- und Fixkosten. Ziel sollte es sein, möglichst nach 10 Jahren (in der Regel Ablauf der Zinsbindung des KFW Kredits) die Anlage bezahlt zu haben. Das erspart eine erneute Finanzierung nach 10 Jahren und gibt mehr Sicherheit. In dem Fall der Eigenfinazierung ergibt sich eine Rendite des Eigenkapitals von ca. 5 bis 12 Prozent, je nach Anschaffungskosten und Ertrag.


Wenn Sie die gesamte Anlage finanzieren möchten, sollte diese nach maximal 10 Jahren getilgt sein, so dass die folgenden Erträge „Ihr“ Verdienst sind (10+n Jahre + das Jahr der Inbetriebnahme). Zudem benötigen Sie noch etwas Puffer, um eventuelle Schäden zu kompensieren. Die Solarmodule haben laut Hersteller i.d.R. 20 bis 25 Jahre Gewährleistung. Die Wechselrichter haben zwischen 3 und 5 Jahren Garantie. Es ist davon auszugehen, dass diese mindestens einmal in der Laufzeit getauscht werden müssen.



Fazit:

Aus unserer Sicht rechnen sich Solarstromanlagen prima, wenn der Kaufpreis der gesamten Anlage – BETRIEBSFERTIG - unter oder um 1800 Euro pro kWp Netto liegt. Durch Eigenleistung z.B. bei der Montage ist dieser Wert derzeit sehr gut zu erreichen (kleine PV Anlage unter 10 kWp), ggf. finden Sie auch einen preiswerten Installateur.

Vergleich: Größere Anlagen (ab 30 kWp) werden inzwischen ab 1550 € pro kWp komplett (Anlage, Anschluss und Montage mit deutscher Ware) angeboten. Ausländische Module, z.B. aus China können bis zu 300 Euro pro kWp günstiger sein!

 

Grundsätzlich kann Sie auch der ökologische Gedanke zum Kauf bewegen!

Interessant ist auch die Zeit nach dem 20sten Jahr – vielleicht bringt die Anlage auch dann noch einige weitere Jahre Erträge … auch Energiespeicher in der Form von Wasserstoff oder Akku´s sind denkbar. So könnte man die Sonnenenergie des Sommers oder des Tages puffern und z.B. im Winter  oder in der Nacht die gespeicherte Energie abrufen. In jedem Fall wird der Strom der Anlage dann kostenfrei sein, denn diese ist ja inzwischen bezahlt … . Lassen wir uns überraschen!


Beachten Sie ggf. auch steuerliche Vor- und Nachteile. Die Anlage wird i.d. Regel linear über 20 Jahre abgeschrieben. Allerdings sind auch Sonderabschreibungen und die progressive Abschreibung möglich.


Tipp:

Es ist davon auszugehen, dass die Installateure zum Jahresende ausgelastet sein werden ... Aus unserer Sicht sollte deshalb ein Bauvorhaben einer PV-Anlage nun zügig geplant und realisiert werden ... .


Viele Firmen bieten komplette Anlagen an … häufig sind die - z.T. sehr günstigen - angebotenen Systeme von fraglicher Qualität. Achten Sie deshalb darauf, dass sie bewährte Markenanlagen erhalten - die Anlage soll schließlich lange gute Erträge erwirtschaften. Zudem sind örtliche Installationsfirmen gut ausgelastet, was den Preis ebenfalls nach oben treibt. Rechtzeitige Planung hilft! Vielleicht finden Sie die Firma, die gerade wenig zutun hat und somit einen fairen Preis macht ... .



Wenn sich ein Kauf nicht mehr rechnet, sollte man es lieber sein lassen. Selbstverständlich ist eine Solarstromanlage aus ökologischer Sicht immer sinnvoll und entlastet unsere Kraftwerke mit sauberem Strom.





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